"Das Zeitalter Napoleons" ist das jüngste in einer Reihe von Spielen, mit denen der niederländische Verlag Phalanx Games angetreten war, um anspruchsvolle, historische Titel auch in Deutschland zu etablieren, wo allzu reale Spielhintergründe bislang wenig populär sind. Was aber mit dem US-Bürgerkriegsepos "Norden und Süden" so hoffnungsvoll begann, hat inzwischen gänzlich die vorgesehene Marschrichtung verlassen: "Das Zeitalter Napoleons" ist nicht mehr ein bloßes Brettspiel sondern eine lupenreine Konfliktsimulation für Zwei, die den Normalspieler in jeder Hinsicht überfordert. Als Napoleon Bonaparte oder als Führer der antifranzösischen Allianz treten wir uns darin auf einer "Risiko" ähnlichen Europakarte entgegen, um durch
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Ausspielen von Karten und Bewegen von Truppenspielsteinen gegnerische Provinzen zu erobern. Das funktioniert regeltechnisch insgesamt ordentlich, wobei die Herrschaft über Großmächte wie Österreich, Russland oder Preußen hilfreich ist, um den notwendigen Nachschub zu rekrutieren. Die redaktionelle Bearbeitung aber stellt auch den größten Enthusiasten auf eine harte Probe: schlecht strukturiert, unübersichtlich und sinnarm über mehrere Hefte und Beiblätter verteilt, versperrt die Regel wie ein gefallener Urwaldriese den Zugang zum Spiel und kann nur durch minutiöses Nachlegen einer Beispielpartie mühevoll überwunden werden. Wie schon zwei seiner Vorgänger in dieser Spielereihe bleibt deshalb auch "Das Zeitalter Napoleons" hinter den Erwartungen zurück, die Franz Vohwinkels gewohnt überragende Grafik weckt - spielbar für den, der die Mühe nicht scheut, aber als Strategiespiel außerhalb des KoSim-Genres leider fehl am Platz.
© 2004
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