Yspahan

Der französische Verlag mit dem Faible für Spiele mit einem Ypsilon im Titel versetzt uns mit "Yspahan" in die persische Hauptstadt des Jahres 1598. Als Kaufleute besetzen wir dort die Basare in den Vierteln rings um die Kreuzung zweier Handelsstraßen. Im Verlauf von drei Wochen - sprich: Durchgängen von je sieben Runden - sollen wir dabei die meisten Punkte sammeln. Würfel bestimmen die Art und Anzahl verfügbarer Aktionen. So platzieren wir Spielsteine in den Basaren eines Viertels. Wir nehmen Kamele oder Münzen vom Vorrat, um damit Gebäude errichten, die uns neben Siegpunkten besondere Vorteile verschaffen. Wir bewegen den Aufseher entlang der Straße, damit er Spielsteine unserer Wahl auf
das separate Karawanen-Tableau schickt, wo sie mal mehr, mal weniger Punkte bringen. Oder wir ziehen Karten, die uns eine zusätzliche Aktion gestatten, wenn wir ihre eigentliche Sonderfunktion nicht nutzen. Die Vielzahl von Aktionsmöglichkeiten lässt uns anfangs zuweilen ratlos zurück, wie auch die Verquickung von Würfelglück und Strategie zunächst gewöhnungsbedürftig erscheint. Doch schon bald löst sich alle Verwirrung in Wohlgefallen auf. Die Aktionen greifen wunderbar ineinander, immer gibt es etwas Sinnvolles zu tun, und niemals fühlen wir uns hilflos oder gegängelt. Zwar herrscht an Aufbauspielen eigentlich kein Mangel, und auch das Thema Orient ist schon vielfach strapaziert. Hier aber umhüllt der orientalische Hintergrund den eigentlich abstrakten Mechanismus wie ein anmutig-verlockender Schleier und bringt das darunter liegenden Spielsystem erst in seiner eleganten Wohlgestalt zur Geltung. © 2006

Für 3 bis 4 ab 8 Jahren. Von Sébastien Pauchon und Arnaud Demaegd (Grafik) bei Ystari Games / Huch & Friends für 30 €.


nett


Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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