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Trotz mancher negativer Schlagzeilen besitzt die Eisenbahn auch als Spielthema immer noch ihren ureigenen Reiz - vor allem dann, wenn es sich um General Electrics legendäre Stahlkolosse handelt, die auf endlos scheinenden Gleisen die USA durchkreuzen: So wie in Alan R. Moons Union Pacific. Unter der wie immer hervorragenden Deckelillustration von wie immer Franz Vohwinkel verbirgt sich genug Material, um die USA mit einem dichten Eisenbahnnetz zu überziehen: 131 verschiedenfarbige Lokomotiven, 150 Geldscheine, 118 Aktien- und 40 Schienenkarten, untergebracht in einem stabilen Kunststoffeinsatz, in dem ein jedes Ding seinen rechten Platz hat. Mit dieser Grundausstattung gehen zwei bis sechs Spieler ab zwölf Jahren ans Werk, um als Eisenbahnbarone ihr Glück zu machen, denn die alte Union Pacific zieht sich aus dem Geschäft zurück, und zehn neue Bahngesellschaften ringen um die Gunst der Aktionäre, die ganz nach Belieben investieren können. Dazu erhält jeder ein Startkapital aus Schienen- und Aktionskarten, das im weiteren Spielverlauf durch Nachziehen ergänzt wird. Reihum kann nun jeder Spieler Aktienkarten beliebiger Bahngesellschaften sammeln oder ihren Wert erhöhen, indem er eine kleine Plastiklok der entsprechenden Farbe auf den Spielplan bringt. Je mehr Lokomotiven einer Linie auf den
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Gleisen stehen, desto höher ist ihr Wert, sobald beim Nachziehen aus dem Vorratsstapel eine der vier Prämienkarten zum Vorschein kommt - dann nämlich wird gewertet. Dabei erhält der größte Anteilseigner einer Linie den Gegenwert ihrer Loks in Dollar ausbezahlt, der zweitgrößte Aktionär immerhin noch die Hälfte. Diese Wertungen erfolgen vier Mal, wobei stets auch die Union Pacific abgerechnet wird. Die besitzt zwar keine eigenen Lokomotiven mehr, doch dafür berechtigt die Zahl der Anteilsscheine an ihrem immer noch großen Streckennetz zur Gewinnausschüttung nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel. Zusätzliche Hürden hat Autor Alan R. Moon mit verschiedenen Einschränkungen ins Spiel gebracht: So darf etwa noch lange nicht jede Bahngesellschaft auf jedem der vier Schienentypen verkehren. Man braucht stets die passende Schienenkarte, um eine Lok auf das gewünschte Gleis zu stellen, so dass jeder noch so kluge Plan mit den vorhandenen Karten steht und fällt. Durch sein vielschichtiges Spielsystem bietet Union Pacific mit jeder Partie rund neunzig Minuten spannende Unterhaltung. Die mit der "Goldenen Feder der Stadt Essen" ausgezeichnete Regel sorgt für einen flotten Einstieg, so dass die 50 Mark für den Drittplazierten des Deutschen Spielepreises 1999 gut investiert sind. © 2000 |