Struggle of Empires
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Eine vage Vorstellung von der Welt des 18. Jahrhunderts kann zwar nicht schaden - notwendig ist sie nicht. Ein ganz klein wenig Englisch ist aber hilfreich, denn liegt die Spielanleitung auch in deutscher Fassung bei, stammt "Struggle of Empires" aus einem so kleinen englischen Verlag, daß es für eine deutsche Version von Spielfeld und -markern nicht reicht. Immerhin übersetzt ein Beiblatt das Material und erklärt, wozu die vielen Plättchen gut sind, mit deren Hilfe wir die Kontrollmarker unserer aufstrebenden Nation über Europa und die abseits gelegenen Kolonien Afrika, Indien, Ozeanien und Amerika verteilen sollen. Dafür brauchen wir Militärmacht zu Lande zur See, Finanzmittel und eine große Bevölkerung, und all das helfen uns die Plättchen zu mehren. Manche bescheren einen Geburtenschub, andere Geld, andere ein neutrales Volk als Verbündeten im Kampf gegen die Mitspieler. Doch so manchen Schritt auf dem Weg zur Weltmacht bezahlen wir mit Unruhemarkern,
denn selbst in dieser Spielwelt läßt sich kein Volk gerne in Eroberungskriegen verheizen. Wehe dem, der innerhalb von dreimal sechs Runden den Bogen überspannt: Ihm rafft die Revolution alle Siegpunkte dahin. Nun ist es zwar gerade bei solchen Strategiespielen nicht außergewöhnlich, daß auf Basis schlanker Regeln Karten oder Marker als Spielmotor dienen. Hier aber bewirkt die Vielfalt der Plättchen so unterschiedliche Effekte, daß einige zu ignorieren hieße, einen Teil des Spiels zu versäumen. Ganz nach Neigung oder geostrategischer Ausgangslage können wir eine Europa- oder Kolonialpolitik verfolgen, aggressiv oder weniger aggressiv expandieren, dabei immer von Geldnot getrieben, weil jedes Plättchen, jede verlorene Armee und jeder Eingriff in das alles bestimmende Bündnisgeflecht zwischen den Spielern Geld kostet. Angesichts der vollkommenen Spielbalance muß auch die milde Enttäuschung über das schlichte Material hinter dem wundervoll historisierenden Deckelbild der Einsicht weichen, daß jedes weitere grafische Extra bloß ablenken würde von der komplexen Eleganz des Spiels. Mehr wäre weniger gewesen und jedes bißchen weniger ein Verlust. © 2005

Für 2 bis 7 ab 13 Jahren. Von Martin Wallace und Peter Dennis (Grafik) bei Warfrog (GB +44-161/4482625) für 40 €.


super


Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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