In der Mitte: eine Schlucht. Darüber: eine wacklige Brücke aus Karton, über die wir beide wollen, aber nur einer kann. Auf der einen Seite: Gandalf der Graue, mächtiger Zauberer und Führer der Gefährten. Ihm gegenüber: der Balrog, flammender Dämon aus den Schlünden von Moria. Beide verfügen wir über 27 Karten, um über drei Duelle und ein Finale unsere Kräfte zu messen - wenn sie uns nicht vorher schon verlassen. Neun Karten nehmen wir auf die Hand, spielen aber in wechselseitigem Schlagabtausch nur sechs davon aus. Die übrigen drei heben wir auf für's Finale, wo sich hoffentlich herausstellt, dass es die richtigen waren. Die "richtigen" sind immer andere: Auf beiden Längsseiten tragen die Karten Machtfelder, doch nicht alle sind markiert. Die rechten stehen für Angriff, die linken für Verteidigung, und jede Markierung auf der einen Seite, die nicht durch eine Markierung auf der anderen Seite benachbarter Karten geblockt wird, verursacht einen Treffer. Dafür geht's ein Feld abwärts auf der Energieleiste; schlimmstenfalls in den negativen Bereich und damit hinab in die Schatten - nächstes Duell. Aber das bringt ein frisches Blatt und kann wieder ganz anders ausgehen, wenn wir mit
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Glück und Geschick das beste daraus machen. Dazwischen: Blick auf die Energiesteine, Differenz feststellen und die Gandalf- oder Balrogfigur entsprechend weit die Brücke emporklettern lassen, auf der sie spätestens nach dem Finale oben stehen muss. Angriff, Parade, Gegenangriff: Immer zählt die Verteidigungskarte zugleich als Attacke und hält so das Spiel mächtig in Schwung. Taktik ist dabei die Kunst des optimalen Timings. Vergeuden wir starke Karten in der vergeblichen Hoffnung auf einen vorzeitigen Sieg, fehlen sie im Finale. Halten wir sie zu lange in Reserve, werden wir das Finale vielleicht gar nicht erreichen. Des Balrogs geballter Kraft steht dabei Gandalfs Überzahl mächtiger Sonderkarten entgegen, die, ausgespielt im entscheidenden Augenblick, seine schwächeren Machtkarten aufwiegen und uns nebenbei ganz unterschiedliche Spielerlebnisse empfinden lassen. Da ist Rollentausch Pflicht, sonst entgeht uns was. Überhaupt würde uns hier eine Menge entgehen, alles ist ausgeklügelt bis zum letzten; selbst an optionale Extrakarten für taktisch Minderbegabte wurde gedacht, die ihre ersten Duelle quasi mit Stützrädern bestreiten können. So muss er sein, der Showdown in Khazad-dûm: Spannend, schnell, immer auf des Messers Schneide. Da werden auch Tolkien-Verächter nicht nein sagen können. © 2003 |