|
Halten wir uns nicht lange daran auf, dass auch diese Neuheit eine Neuauflage ist; als Spross eines Kleinverlags war das Kartenspiel zu "Kardinal & König" sowieso nicht mit Berühmtheit gesegnet. Ein historischer Geschlechterkampf ist nun daraus geworden, verpackt in schreiend unhistorisches Pink: Als "Richelieu und die Königin!" rangeln wir um die Vormacht in Frankreichs neun Provinzen, wobei so ein Machtgerangel ja gerade unter Pärchen ein herrliches Hauen und Stechen sein kann. Wohlgemerkt: "kann", denn hier grübeln wir eher im Stillen über vier Reihen aus je einem Dutzend Karten, von denen jede ein bis zwei Wappen zeigt und manche ein Symbol. Das steht für unseren Einfluss auf
|
Kirche, Armee oder Städte, und genau wie bei den Wappen müssen wir am Ende zum Punkten die Mehrheit haben. Fehlt eines, droht Abzug, doch ungebremster Sammelwut stehen strenge Regeln entgegen: Karten dürfen wir nur vom Rand der Auslage entnehmen, maximal zwei Stück, und die auch nur, wenn sie höchstens zwei Wappen gleicher Farbe zeigen. Immerhin helfen Blockademarker, unserem Gegenüber den Zugriff auf wichtige Karten zu erschweren, und hier und da verschafft uns auch ein Bonusplättchen einen Vorteil. Viel Planung, wenig Glück: gesittete Unterhaltung ist das für ruhige Denker - so richtig kämpferisch aber wird es zwischen den Geschlechtern nicht. © 2003 |