Raja

In allen Städten des indischen Nordwestens errichten wir unserem "Raja" prächtige Paläste, wovon er sich auf unablässigen Reisen durch sein Reich persönlich überzeugt. Daß er dabei auch schlichte Häuser mit stolzen Geldbeträgen honoriert, macht ihn zwar menschlich sympathisch, unsere Arbeit als Architekten aber nicht wesentlich einfacher. Auf die Paläste kommt es nämlich an: Sieben davon müssen wir vollenden bevor es jemand anderem gelingt, und dafür haben wir pro Runde nur zwei Aktionen, die wir im Geheimen auf unseren Aktionsscheiben markieren. Das scheint knapp bemessen, um Paläste und Häuser in Städte und Dörfer zu bauen, Geld- und Gebäudevorrat zu füllen, fähige Vertraute anzuheuern und zugleich subtilen Einfluß auf des Rajas Reiseroute auszuüben.
Stellen wir uns allerdings auch nur halbwegs geschickt an, sind zwei Aktionen durchaus genug. Dabei hilft uns hier kein Zufall und erst recht kein Mitspieler, sondern pure Strategie, was des erfahrenen Spielers Lust und zugleich des Unerfahrenen Frust sein kann. Mag unsere Aufgabe allerdings noch so fordernd sein und das Deckelbild noch so schön - das Spielmaterial bleibt dahinter zurück, denn verglichen mit den detaillierten Kunststoffspielfiguren anderer, ähnlicher Spiele fehlt es spitzgiebeligen Holzhäusern und bunten Glassteinen in der Rolle indischer Dörfer an Überzeugungskraft. Nicht jedoch dem Spielsystem: "Raja" überrascht durch gekonntes Neuarrangement bekannter Spielelemente, die sich auch ohne großartige Innovationen zu einem stimmigen Ganzen fügen. Einfache Grundregeln erleichtern zudem Anfängern den Einstieg, während interessante Profiregeln und optionale Varianten die spielerische Halbwertszeit für Erfahrene verlängern. © 2004

Für 2 bis 5 ab 12 Jahren. Von Wolfgang Kramer / Michael Kiesling und Franz Vohwinkel (Grafik) bei Phalanx Games (Niederlande 0031-294/410999) für 40 €.


nett


Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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