Pueblo

Und wieder wird gebaut: ein altindianisches "Pueblo" diesmal, das aus zweifach rechtwinkligen Steinen in vier Spielerfarben und neutralem Beige auf quadratischem Grundriss entsteht. Dabei sehen wir uns fortwährend dem prüfenden Blick unseres pedantischen Häuptlings ausgesetzt, der als Holzpöppel unentwegt die Baustelle umkreist und jeden gnadenlos mit Minuspunkten straft, dessen Farbe er erspäht. Gegen solch präkolumbianische Bürokratenwillkür sind wir im Grunde machtlos; wann immer es die komplexe Form des Baumaterials erlaubt, platzieren wir unsere Steine deshalb in des Häuptlings Rücken, damit sie beim nächsten Rundgang (vielleicht!) schon zugebaut sind, oder verstecken allzu bunte Bauabschnitte
unter neutralem Stein. Was allerdings sehr wohl in unserer Macht steht, ist unsere Mitspieler beim Häuptling anzuschwärzen. Dazu ziehen wir ihn nach dem Bauen auf ein Feld mit direktem Blick auf deren Farbflächen, wobei er um so mehr Strafpunkte verteilt, je höher man hinauswill: einen pro Fläche im Parterre und zwei oder mehr für jedes weitere Geschoss. Nicht einmal aus der Vogelperspektive sind wir vor seinen Adleraugen sicher, denn von Eckfeldern aus bewertet er ein Bauplatzviertel von oben, so dass aus wirklich jeder Perspektive unsere ganze Aumerksamkeit gefordert ist, um nicht über Gebühr abgestraft zu werden. Bauen, ziehen, werten - auch ohne die optionale "Profiversion" mit frei bleibenden Innenhöfen ist das Herausforderung genug: mehr Taktik- als Bauspiel; abstrakt, aber nicht trocken, in Ausstattung und Regel auf das Wesentliche konzentriert und gerade deshalb so gut. © 2002

Für 2 bis 4 von Michael Kiesling / Wolfgang Kramer und Krause/Pinball/Scheit (Grafik) bei Ravensburger.


schön


Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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