Was gibt es nicht alles im Scheckkartenformat: Führerscheine, MP3-Player, Piratenschiffe... Piratenschiffe?! Ja, wirklich - "Die Piraten der Spanischen Meere" sind kaum größer als eine EC-Karte, kosten so viel wie eine Schachtel Zigaretten, und doch steckt in einem Tütchen alles, was man für Abenteuer in der Karibik braucht: sieben vorgestanzte Plastikkarten mit den Bauteilen für zwei Segler, eine Insel, etwas Gold, ein Mannschafts-Chip sowie ein Regelheftchen und der wahrscheinlich winzigste Würfel der Welt. Das genügt, um einen Kapitän mit allem Notwendigen auszurüsten, und mit weiteren Päckchen sind Flottengröße wie Spielerzahl keine Grenzen gesetzt. "Konstruierbares Strategiespiel" nennen das seine Erfinder, und wirklich entsteht mit wenigen Handgriffen eine wundervolle Spielwelt, in der wir von unserer Heimatinsel auf dem
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Tischplatten-Archipel in See stechen, um vergrabene Schätze zu finden und für die Endabrechnung in den sicheren Hafen zu bringen. Kommen wir uns dabei in die Quere, würfeln wir Breitseiten aus, die uns manchen Mast und und manchmal auch ein Schiff kosten, denn nur selten erreicht ein Wrack im Schlepptau noch die Werft. Doch neben symbolischen Schäden leiden selbst ladenneue Schiffe an ganz realen Kratzern, ärgern Farbunterschiede zwischen den Karten oder gar falsch gepackte Teile. Dazu tun sich Regellücken auf, denen - wieder einmal - nur per Internet beizukommen ist. Lassen wir uns aber von solcherlei Widernissen nicht den Wind aus den Segeln nehmen, ist vom blitzschnellen Raubzug einzelner, flinker Segler bis zur Seeschlacht gewaltiger Linienschiffsverbände alles möglich, was ein angehender Seeheld sich nur wünschen kann. Ein wirklich großes kleines Abenteuerspiel, dem nur eine Reihe kleiner Mängel die Bestnote verwehrt.
© 2004
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