|
Ist es nicht absurd, bei jedem Trip in die Seine-Metropole dieselben aberwitzigen Touristenpreise zu bezahlen? Wäre es nicht viel lustiger, einmal selbst den Wucherer zu spielen? Denn Touristen gibt's in "Paris Paris" wie Sand am Strand der Vendée, und weil ihre Sightseeing-Touren den immer gleichen Routen folgen, brauchen wir bloß mit Läden zur Stelle zu sein. Doch die Konkurrenz schläft nicht, und lukrative Sehenswürdigkeiten sind heiß umkämpft. Jede Runde ziehen wir Stationsplättchen und wählen eins für unsere Filiale. Die Mitspieler bauen auf den verbliebenen Plätzen; nur ein Plättchen bleibt als Ziel einer "kleinen Tour" übrig: Hierhin fahren die Touristen, um dem Händler vor Ort einen Siegpunkt
|
in die Kasse zu spülen, doch damit es nicht aus dem Spiel. Es bleibt auf einem Ablagefeld, bis das nächste gleicher Farbe eine "große Tour" einläutet. Dann fährt der Bus bis zur Endstation und hält an jeder Kreuzung auf dem Weg. Das führt zu interessanten strategischen Konstellationen, die allerdings konstruiert wirken und das eigentlich einfache Spiel verkomplizieren. Zudem müssen wir von Anfang an auf eine finale Sonderfahrt hinarbeiten, was die Planung weiter erschwert, während der willkürliche Verdrängungswettbewerb an mehrfach gezogenen Stationen zugleich den am häufigsten Unterlegenen entschädigt. Das ist alles nicht ganz logisch und nicht so kurzweilig wie Shopping in Paris. Aber immerhin deutlich billiger. © 2003 |