Millenium

Es ist schon erstaunlich, was den Marktstrategen zur Jahrtausendwende alles einfällt. Von der Bettwäsche bis zur Marmelade kommt kaum noch ein Produkt ohne Verweis auf den Zeitenwechsel aus. Da darf auch ein Spiel nicht fehlen: "Millenium", das "Jahrtausendspiel" aus dem Hause Schmidt Spiele. Die Regeln sind denkbar einfach und gestalten sich auch für ungeübte oder alkoholisierte Spieler sofort nachvollziehbar: Jedes Feld des Spielplans repräsentiert eine Dekade der letzten zwei Jahrtausende. Ein kleiner Cartoon illustriert dabei das jeweils prägende Ereignis dieses Jahrzehnts und zeigt etwa Kaiser Diokletian kreuzschwingend bei der Christenverfolgung, die Verkündung der Hedschra durch Mohammed ("Allahbla, allahblabla...") oder Jean D'Arcs Bemühungen, die Flammen ihres Scheiterhaufens auszupusten. Zehn der zweihundert Ereignisse werden laut vorgelesen und mit durchnummerierten Kartonmarkern abgedeckt. Reihum muß nun jeder Spieler einen zwölfseitigen Würfel werfen und das Ereignis unter dem entsprechenden Plättchen nennen. Gelingt ihm das, darf er einen von zehn Plastikchips
ablegen und den Kartonmarker auf ein beliebiges anderes Feld legen. Wer als erster alle Chips losgeworden ist, hat gewonnen. Wird jedoch eine elf oder zwölf geworfen, gelten Sonderregeln: Bei einer elf legt man einen seiner Chips nach Gutdünken auf ein verdecktes Ereignis. Wer es später errät, muß diesen Chip an sich nehmen und kann so seinen Vorrat eine Runde lang nicht verringern. Bei einer zwölf darf man dagegen den Spieler mit den meisten Chips ein beliebiges Rätsel raten lassen. Rät er es, darf er einen Chip ablegen; rät er es nicht, hat man selber die nächste Chance. Wir wollen ehrlich sein: Stünde nicht das neue Jahrtausend vor der Tür, könnte man Millenium getrost zu den Akten legen. Gemessen an seinem Anspruch jedoch wird das simple Spielsystem seinem Zweck durchaus gerecht. Wer Silvester eben nicht auf einer sündhaft teuren Jahrtausendfeier im Hotel Adlon verbringen will, bekommt für nur dreißig Mark ein flottes Partyspielchen, das sich bei einem Glas Sekt auch für sonst überzeugte Nichtspieler eignet. Die drolligen Illustrationen tun ein übriges, um Millenium für den Silvester-Spieleabend zu qualifizieren. Aber auch nur für den. © 1999

Für 2 bis 6 von Thorsten Gimmler und Marino Degano (Grafik) bei Schmidt Spiele.


bescheiden


Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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