Mauerbauer

Berlin? Ulbricht? War da mal was? Was auch immer das gewesen sein mag - die Verlagsleute von Hans im Glück haben es anscheinend nicht mitbekommen oder es hat sie nicht interessiert, sonst hätten sie Leo Colovinis neuestes Werk nicht ausgerechnet "Mauerbauer" genannt. Selbst die Unterzeile "Ohne Mauer keine Power" erinnert unwillkürlich an die Herrschenden der untergegangenen DDR, doch auch für uns als mittelalterliche Baumeister ist der optimale Einsatz senkrechter Wände auf begrenzter Fläche entscheidend. Ein Stück zinnenbekrönter Wand - an jedem Ende flankiert von einem Turm, links und rechts von jeweils einem Haus - platzieren wir pro Runde auf dem dreieckig gerasterten Plan. Die Farbe von Türmen und Häusern bestimmen drei Würfel, wobei uns dennoch oft die Freiheit bleibt, selbst eine Farbe zu bestimmen. Nutzen wir dies weise, denn sobald wir ein Gebiet mit Mauern umschließen, folgt eine Wertung.
Nur, wenn sich die Mauer-, Turm und Häuserkonstellationen unserer Handkarten dann auf dem Spielplan widerspiegeln, können wir mit Punkten auf der Wertungsleiste rechnen. Die real existierenden Machverhältnisse dürfen wir dabei noch zu unseren Gunsten verändern, indem wir das frisch umschlossene Gebiet mit einem schon vorhandenen verbinden: Die inneren Zwischenwände werden entfernt, und alle Gebäude der glücklich vereinten Stadt fließen zusammen in die Wertung ein. Man muß gar kein taktisches Genie sein, um auf Grundlage der wenigen, leicht verständlichen Regeln beim Wettstreit der Mauerbauer mithalten zu können. Trotzdem bieten die verschiedenen Karten ein schier unerschöpfliches Reservoir taktischer Möglichkeiten, das Geschehen auf dem Spielplan zum eigenen Vorteil zu nutzen. Die Würfel sorgen für das nötige Tempo und verhindern, daß uns notorische Grübler den Spaß verderben. Und wie sauber durchdacht dieser Wettstreit der Baumeister ist, zeigt sich auch daran, wie schön er selbst zu zweit funktioniert. Hätte man sich bloß auch ein paar Gedanken über den Titel gemacht… © 2006

Für 2 bis 4 ab 8 Jahren. Von Leo Colovini und Franz Vohwinkel (Grafik) bei Hans im Glück.


schön


Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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