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Über kooperative Spiele kann man geteilter Meinung sein, bedeutet doch "kooperativ", dass entweder alle gewinnen oder keiner. Wo da der Sinn liegt, bleibt dahingestellt, denn wie sollen Kinder, denen nicht einmal im Spiel eine Niederlage zugemutet werden kann, erst im "wirklichen" Leben damit umzugehen verstehen? "Der Maskenball der Käfer" ist solch ein Spiel und "Kinderspiel des Jahres" noch dazu: Mitten auf dem Spielfeld wächst eine Blume, und auf ihren Blätter sitzen hölzerne Marienkäfer mit farbigen Stäbchen an Stelle von Punkten. Die möchten sich für den Maskenball verkleiden, weshalb sie untereinander ihre Farbtupfer tauschen, und erst, wenn alle fünf Steckplätze mit andersfarbigen Stäbchen besetzt sind, geht's hinaus zum Fest.
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Dazu wird ein Pfeil in der Blütenmitte gedreht, und der Käfer, auf den er zeigt, darf mit den anderen tauschen. Doch manche können einander nicht riechen, was wir erst bemerken, wenn wir sie mit ihren magnetischen Nasen aneinander halten. Stoßen sie sich ab, wird es nichts mit Tauschen. Dabei wäre Eile geboten: Wann immer nämlich der Pfeil zwischen die Blütenblätter zeigt, tritt eine hungrige Ameise auf den Plan, und sind sie erst zu siebt, fressen sie den Käfern ihr Festmahl weg. Das ist auch für die Kleinsten kinderleicht zu verstehen und sehr, sehr niedlich. Wie alle kooperativen Spiele aber leidet unser Maskenball unter einem eklatanten Mangel an Spannung und ist deshalb, bei allem Lob, wohl nur was für die Allerjüngsten. © 2002 |