|
Wer noch nie ein Tabletop-Spiel ausprobiert hat, kann kaum ermessen, wieviel Mühe das unvermeidliche Bemalen der Figuren macht. Das hat nun ein Ende: Mit "Mage Knight Rebellion" bietet Fantasy Productions (Fanpro) ein sammelbares Miniaturenspiel, dessen Hauptdarsteller fix und fertig aus der Schachtel kommen. Für stolze 50 Mark erhält man ein sogenanntes "Starter Set", das neben zehn verschiedenen Fantasy-Miniaturen aus Kunststoff ein Regelheft nebst Würfeln, Bandmaß und Comic enthält. Zwar soll jeder Spieler sein eigenes besitzen, doch anfangs reicht der Packungsinhalt auch für zwei. Gespielt werden kann auf jeder ebenen Fläche, gleich ob Eßtisch oder aufwendig gestaltete Modellandschaft. Jeder Spieler führt nun eine individuell zusammengestellte Armee ins Feld, über deren maximalen "Punktwert" sich vor Beginn verständigt wird. Mit ihnen wird nun eine Schlacht geschlagen, an deren Ende die Niederlage eines Kontrahenten durch Flucht oder Vernichtung steht. Dazu verfügt jede Miniatur über bestimmte Zahlenwerte für Nahkampf, Fernkampf, Bewegung, Verteidigung und den bei einem Treffer angerichteten Schaden, die sich problemlos von der Sichtscheibe im drehbaren Miniaturensockel ablesen lassen. Gezogen wird abwechselnd, aber immer nur eine einzelne Miniatur, wodurch man
|
zu betont strategischem Vorgehen gezwungen ist - ein auf den ersten Blick eingängiges System, das aber mit fortschreitenden Verlusten aus den Angeln gehoben wird. Geraten zwei gegnerische Figuren in Kontakt, kommt es zum Kampf: Der Angriffswert wird zum Ergebnis eines Würfelwurfs addiert und mit dem Verteidigungswert des Gegners verglichen. Wird dieser erreicht oder überboten, nimmt das Opfer Schaden, indem es seine Fertigkeitendrehscheibe im Sockel um so viele "Klicks" herabdreht, wie der Angreifer Schaden zugefügt hat. Zeigt das Sichtfenster Totenköpfe, wird die Miniatur als geschlagen vom Feld genommen. Wer so als letzter einsatzfähige Krieger auf dem Schlachtfeld hat, ist Sieger. "Mage Knight Rebellion" überzeugt durch sehr einfache, aber abwechslungsreiche Regeln, die das Spiel zu einem idealen Einstieg ins Tabletop-Hobby machen. Qualitativ ist die Mehrzahl der erhältlichen Figuren durchwachsen, als Faustregel aber gilt: je seltener, desto besser bemalt. Als Erweiterungen bietet Fanpro "Booster Packs" mit je fünf zufällig sortierten Miniaturen, vorsortierte Armeesets, Drachen und Streitwagen an. Ein nicht ganz billiges, aber originelles Spiel, das dem Tabletop-Hobby eine Menge neuer Enthusiasten bescheren dürfte und - für ein Tabletop-Spiel sensationell - sogar Frauen an den Spieltisch bringt! © 2002 |