Macao im späten 17. Jahrhundert: lange, bevor Portugal die Macht an sich reißt und noch länger vor der friedlichen Rückgabe an China streben wir als Händler nach dem größten Prestige. Denn das Geld in dem ostasiatischen Handelsposten ist für uns bloß Mittel zum Zweck. Zwölf Runden lang kommt es auf einträglichen Handel mit Übersee und entschlossene Expansion in den Stadtteilen genauso an wie auf den klugen Einsatz von Ämtern, Personen und Gebäuden. Dabei gilt fast wie im heutigen, realen Macao: Ein Spiel, zwei Systeme. Da sind einerseits die Ämter-, Personen- und Gebäudekarten, die uns bei planvollem Einsatz verschiedene Vorteile verschaffen, andererseits die Würfel, die als zufallsgetriebener Spielmotor das Geschehen mit Aktionssteinen befeuern: Ein Spieler wirft, dann suchen alle der Reihe nach gleichfarbige Würfel aus
|
und nehmen sich entsprechend ihrer Augenzahl Aktionssteine. Die nämlich brauchen wir, um die Karten ins Spiel zu bringen und auf dem Spielplan zu agieren. Dort nehmen wir Stadtteile in Besitz, tauschen Gold nach wechselndem Kurs in Prestigepunkte ein und entsenden unsere Handelsschiffe mit den Waren der Stadt nach London, Hamburg und anderswo. So vielschichtig das ist, so schnell ist es umgekehrt verstanden: Mit wenigen einfachen Regeln fügen sich die vielfältigen Spielmechanismen zu einem runden, abwechslungsreichen Ganzen. Mal ist Strategie gefragt, wenn es auf die größte zusammenhängende Stadtfläche oder auf die passenden Aktionssteine für die kommenden Runden ankommt. Mal zählt taktisches Geschick, wenn uns gegnerische Expansion in der Stadt mal wieder zum Umdenken zwingt. Immer aber - und sogar im Spiel zu zweit - sind wir rundherum gefordert, von den vielfältigen Möglichkeiten besten Gebrauch zu machen. Und wem das gelingt, dem gebührt wahrhaftig höchstes Prestige. © 2010
|