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Der König liegt im Sterben, und schon entbrennt der Kampf um seine Nachfolge. Für die Thronanwärter kommt es jetzt darauf an, Burgen und Ritter über das Land zu verteilen, um im Augenblick seines Todes die ausgedehntesten Grenzen auf einem sechsteiligen Rasterfeld zu besitzen, das sich zu unterschiedlichen Landschaften arrangieren läßt. Motor des Spiels sind Aktionskarten, von denen der jeweilige Startspieler ein Exemplar vom Stapel zieht. Drei verschiedenfarbig gekennzeichnete Optionen stehen hier zur Wahl, für die man sich durch offenes Ausspielen entsprechend gefärbter Karten entscheidet. Allerdings gibt es stets eine Aktionsmöglichkeit weniger als Mitspieler - haben also zwei Kontrahenten dieselbe Aktion gewählt, muß einer dem anderen gegen eine Entschädigung von Dukatenkarten den Vortritt lassen. Reihum werden nun Ritter und Burgen ins Feld geführt, Spielkarten verteilt und Mauern errichtet oder verschoben. Wird dabei ein Gebiet komplett von Grenzsteinen umschlossen, darf sein Besitzer um eine nach Gebietsgröße aufgeschlüsselte Zahl von Schritten auf der obligatorischen Erfolgsleiste am Spielfeldrand vorrücken. Auch Invasionen sind erlaubt, solange man die größere Ritterstreitmacht besitzt. Solcherlei Grenzkorrekturen sind eher der Normalfall als die Ausnahme, und schnell findet sich ein Westentaschen-Artus mit maßlos überdehnten Grenzen auf Normalmaß zurechtgestutzt - wobei dann natürlich auch der Erfolgsleistenzählstein den Rückwärtsgang einlegt. Erreicht
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die Spieler beim Ziehen der Aktionskarten schließlich die Kunde vom Ableben des Monarchen, ist die Partie beendet. Die Position auf der Erfolgsleiste entscheidet über den neuen König. Mit Löwenherz ist Klaus Teuber erneut ein großer Wurf gelungen. Das Spielgeschehen ist spannend und abwechslungsreich, und tatsächlich haben wir hier einmal ein Produkt vor uns, da mit zwei, drei oder vier Spielern gleich gut funktioniert - wofür eine Fülle fein aufeinander abgestimmter Sonderregeln sorgt. Überhaupt sind die Regeln sehr klar formuliert und lassen dank erläuternder Beispiele und einer Einstiegsrunde keine Fragen offen. Wie bei Teuber-Spielen üblich, bedarf es einer optimalen Mischung aus taktischer Finesse, Weitblick und Mut zum Risiko, der Zufall spielt nur eine untergeordnete Rolle. Auf dem Spielplan bewirken zudem die verschiedenen Landschaftstypen trotz abstraktem Rasterfeld ein abwechslungsreiches Bild, was den positiven Eindruck auch optisch unterstreicht. Leider ist aber gerade das Spielfeld auch der größte Schwachpunkt zumindest unseres Exemplares. Obwohl aus dicker Pappe gefertigt, sind sämtliche Planteile stark verzogen und passen nur schwer in den einteiligen - und dadurch hochgradig reißgefährdeten - Rahmen, wodurch die schönen, aber leichtgewichtigen Spielfiguren einen etwas unsicheren Stand haben. Das hätten wir von Goldsieber eigentlich nicht erwartet. Abgesehen von diesem Schönheitsfehler ist Löwenherz jedoch eine Bereicherung für jede anspruchsvolle Spielesammlung. © 1998 |