Keltis

Autor Reiner Knizia bleibt sich treu: Wie viele seiner Spiele ist "Keltis" durch und durch abstrakt. Nur beim Spielmaterial nimmt das hübsche, wenngleich etwas unübersichtliche Spiel Anleihen bei der keltischen Ornamentik: Sattes grün und keltisch angehauchte Flechtmuster sind bloß Kulisse für einen gänzlich unromantischen Wettlauf auf dem Weg der Steine. Immerhin: Wenn auch nicht in jedem Detail präzise, sind die Regeln doch erfreulich kurz und legen auch ungeübten Gelegenheitsspielern keine großen Steine in den Weg. Auf fünf fächerförmig von einem gemeinsamen Startfeld ausgehenden Reihen aus jeweils neun Feldern müssen wir mit möglichst vielen Spielfiguren möglichst weit vorankommen, um möglichst viele Punkte zu bekommen. Allen Reihen sind bestimmte Farben zugeordnet, die sich in den Zahlenkarten auf unserer Hand und im Nachziehstapel wiederfinden. Für jede ausgespielte Zahlenkarte bewegen wir eine unserer Spielfiguren um
ein Feld auf der zugehörigen Reihe voran. Dabei müssen wir uns ab der zweiten Karte entscheiden, ob wir fortan Zahlenkarten mit auf- oder absteigenden Werten an die erste Karte anlegen. Je weiter wir so vorankommen, desto besser, denn auf den ersten drei Feldern drohen Minuspunkte. Doch oft hängt es vom Kartenglück ab, wie schnell man vorankommt, und zufällig auf die Felder verteilte Wegekärtchen bringen noch mehr Zufall ins Spiel: Da gibt es Kärtchen, die uns sofort auf der Siegpunktleiste vorrücken lassen, Kleeblätter, die einen Extrazug erlauben und Wunschsteine, die wir als einzige Kärtchen sammeln und für uns behalten dürfen, um einen Punktemalus in einen Bonus zu verwandeln. Auch wenn die Info-Box auf der Kartonrückseite das Gegenteil behauptet: Der Glücksanteil überwiegt die taktischen Möglichkeiten bei weitem. Wer zu Beginn Karten mit mittleren Zahlenwerten im Übermaß besitzt, hat fortan einen schweren Stand. Zudem verläuft der Wettlauf trotz der kurzen Spieldauer von rund einer halben Stunde eher gemächlich: Denkt ein Spieler zu gründlich über seinen Zug nach, haben alle anderen Sendepause. © 2008

Für 2 bis 4 ab 10 Jahren. Von Reiner Knizia und Claus Stephan / Martin Hoffmann (Grafik) bei Kosmos für 27 €.


geht so

Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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