Gönnen wir uns mal eine gute Stunde Pause vom zur Religion erhobenen Turbo-Kapitalismus und stellen uns vor, dass Handel nicht immer nur Selbstzweck war und Profit nicht das Maß aller Dinge. Lassen wir uns also von einem Spiel in vergangene Zeiten entführen, einem Spiel namens "Hansa", das sich so zierlich präsentiert in seinem schlanken Karton, so zart in seinen Farben, dass es selbst einer vergangenen Epoche zu entstammen schiene, wären da nicht der zeitgemäß viersprachige Kartontext und die unterkühlte Symbolik von Piktogrammen und Strichcode. Handel sollen wir treiben, doch steht Gewinn nicht im Vordergrund, denn Geld ist hier bloß Mittel zum Zweck: Jeder Taler verschafft uns eine Aktion, und während wir mit dem hölzernen Segler verschiedenen Routen folgen, die uns
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im Uhrzeigersinn durch die Handelsstädte an Nord- und Ostsee führen, kaufen wir Waren, um sie in Siegpunkte oder Marktstände umzumünzen - die wiederum den Handel in einer Stadt erst ermöglichen. Auf Basis von weniger als vier Seiten Regeln entwickelt sich dabei wie von selbst ein richtiger kleiner Warenkreislauf, in dem nur Investitionen unser Wirtschaftssystem wirklich ins Rollen bringen. Logisch, dass wir auch miteinander in Konkurrenz stehen, denn manche Waren sind eben wertvoller als andere. Doch irgendwann sind alle vergriffen und einer muss in den sauren Apfel beißen, den Vorrat auf eigene Kosten zu aller Nutzen auffüllen, was nur durch sofortige, kluge Reiseplanung zum eigenen Vorteil zu wenden ist. Viel Taktik, wenig Regeln, ein bißchen Kalkül und eine winzige Prise Bluff: Das schafft auch, wer sonst nicht mit Zahlen jonglieren mag. Und die behutsame Gestaltung lässt das abstrakte Gerüst hinter der nostalgischen Handelsfahrt vergessen. © 2004
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