Natürlich sind zwölf Seiten komprimierter Regeln eine ganze Menge, und selbstverständlich wäre es schöner, könnte man gleich nach dem Auspacken einfach drauf los spielen. Aber was nicht geht, das geht nicht, und ginge es doch, dann wäre "Goa" nicht mehr dasselbe Spiel. Wir wollen uns auch gar nicht erst den Kopf darüber zerbrechen, wie so ein vollendetes Uhrwerk komplex verzahnter Regelmechanismen überhaupt entstanden sein mag, sondern beschränken uns darauf - denn das ist noch um einiges interessanter - was man damit macht: Als Händler entwickeln wir unsere Kolonie im fernen Indien zu wirtschaftlicher Blüte, indem wir auf eigenen Ablagetableaus in fünf Entwicklungsbereichen voranschreiten. Dazu ersteigern wir nach einem ausgeklügelten System die Spielplättchen
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vom Hauptplan, für die wir neben Siegpunkten und ein paar Sonderrechten vor allem Rohstoffe und Spielkarten erhalten. So schaffen wir uns die Grundlage für den nächsten wichtigen Schritt, die Aktionsphase: Hier findet alle Entwicklung statt; hier bringen Schiffbau-, Ernte oder Steueraktionen weitere Karten-, Rohstoff- und Geldvorräte ein, hier unternehmen wir strategisch bedeutsame Koloniegründungen und Expeditionen oder verbessern unseren Entwicklungsstand in einem beliebigen Bereich. Dabei entsteht ein Gemeinwesen, das uns, wenn wir alles richtig machen, zuverlässig mit Nachschub versorgt, mit dem Geld für die nächste Versteigerung und so, langfristig, mit Siegpunkten. Kontinuierlich stehen wir miteinander im friedlichen Wettstreit um Ansehen und Geld, und jede noch so kleine Verbesserung auf dem Tableau eröffnet jedem halbwegs begabten Planer völlig neue Möglichkeiten zur konstruktiven Spielgestaltung. Das ist allemal zwölf Seiten Regellektüre wert.
© 2004
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