Der Zeitgeist macht auch vor dem Spiel nicht halt: Die "Giganten der Lüfte" lassen uns die große Ära der Zeppeline nicht etwa als kühner Konstrukteur oder wagemutiger Luftschiffer erleben, sondern, man glaubt es kaum, als internationaler Investor. So streben wir als Deutscher, Franzose, Italiener oder Amerikaner - die Briten hat man wohl vergessen - nicht im Wettstreit der Nationen nach technischem Fortschritt.
Nein, unser Antrieb ist allein der, der erfolgreichste Unternehmer zu sein. Als globaler Player am Luftschiffmarkt sichern wir uns darum per Würfelwurf die fähigsten Entwickler und Kapitäne, die leistungsstärksten Materialien und Motoren sowie die mächtigsten Luftschiffhallen und Finanziers. Die nämlich bringen uns Boni
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oder weitere Würfel in den unterschiedlichen Farben, die wir brauchen, um im Spielverlauf immer wertvollere Luftschiffe aus dem Vorrat zu erwürfeln. Dabei entspinnt sich ein rein auf den Spielmechanismus bezogen durchaus packendes Rennen um die wertvollsten Ressourcen, bei dem einerseits vorausschauende Planung, andererseits taktische Flexibilität, aber immer auch eine gewisse Zockermentalität gefragt ist. Doch der Endspurt holt uns unsanft auf den Boden der Tatsachenverdrehung zurück.
Denn sobald sich der Vorrat an Luftschiffkarten dem Ende entgegenneigt, beginnen die Investoren aller Länder gemeinsam mit dem Bau des Luftschiffs "Hindenburg" - als multinationales Joint-Venture, bei dem sich jeder das größte Stück vom Kuchen zu sichern versucht. Ein intelligent durchdachtes Spiel zum leider völlig falschen Thema. Und ein wunderbares Thema zum leider völlig falschen Spiel. © 2008
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