Wer beim Spielekauf nach dem Titel geht, erlebt hier unter Umständen eine Enttäuschung. "Die unbezwingbare Stadt" ist keine trutzige Burg, die tapfer ihren Belagerern widersteht, sondern eine unaufhaltsam wachsende, "unbezähmbare" Stadt, die aus dem Niederländischen falsch ins Deutsche übersetzt worden ist. Dem Spiel an sich tut das natürlich keinen Abbruch, um so weniger, als wir es mit dem Träger des "Nederlandse Spellenprijs 2006" zu tun haben, dem wichtigsten Spielepreis unserer nordwestlichen Nachbarn. Die haben nach jahrelanger Konzentration auf meist deutsche Importspiele eine immer noch artverwandte, aber dennoch eigenständige Spielkultur entwickelt. Entsprechend kultiviert gestaltet sich der Spielablauf: Auf einem runden Plan, der mehr als genug Platz für Getränke und Knabberkram lässt, kaufen wir Fluss-, Straßen- oder einfache Landschaftsfelder und markieren sie mit Rittern
|
unserer Farbe, um darauf mit offen ausgespielten Karten verschiedenartige Gebäude zu errichten. Nur eine solche Karte erhält der Zugspieler pro Runde vom Nachziehstapel. Und ihre Farbe gibt für alle Spieler vor, welche Gebäudeart - Gewerbe, Handel oder andere - ihren Besitzern Geldeinkünfte beschert, ergänzt um den Bonus des Spielplanfeldes. Der Bau der Häuser kostet zwar ebenfalls Geld, doch rücken wir dafür dem Baupreis entsprechend auf der Siegpunktleiste voran. Geht es bei dieser familientauglichen Einsteigervariante noch relativ entspannt und friedlich zu, so wendet sich mit den Zusatzregeln für Fortgeschrittene das Blatt: Hier können wir uns gegenseitig Gebiete abknöpfen, den Bau bestimmter Gebäudetypen von der Spielphase abhängig machen, als Großmacht Sonderpunkte einstreichen oder dem freien Handel mehr Platz einräumen. Durch die gefällige Kombination erprobter Spielmechanismen und die zweistufig aufgebauten Regeln ergibt sich ein in jeder Hinsicht rundes Spiel mit vielen taktischen Möglichkeiten - für Familien genau so wie für gewohnheitsmäßige Vielspieler. © 2007
|