Diamant

Wann immer ein Spiel die Altersempfehlung "ab 8 Jahren" trägt, dürfen wir - dem uralten und geheimnisvollen Code der Altersempfehlungen zufolge - mit einiger Gewißheit ein Familienspiel erwarten, geeignet für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Das bedeutet in aller Regel eine schlanke Spielanleitung und ein einfaches Spielprinzip von moderatem Unterhaltungswert und überschaubarer Dauer. Aber wenn uns unter klingenden Autorennamen wie Alan Moon und Bruno Faidutti auch noch ein "brillanter Höhlen-Bluff" versprochen wird, dann erwarten wir ganz unwillkürlich ein Spiel, das etwas über dem Durchschnitt liegt. Nun, Höhlen gibt es in "Diamant" tatsächlich, fünf an der Zahl, die wir in Form der Reihe nach aufgedeckter Höhlenkarten über fünf Wertungsrunden erkunden. Dabei sammeln wir entsprechend der auf den Boden gedruckten Zahlen Schätze, und zwar Diamanten,
die wir gleichmäßig untereinander verteilen und zunächst beiseite legen: In unsere Transportkisten wandern die Preziosen erst, wenn wir die Höhle heil verlassen haben. Doch erscheint beim Aufdecken der Höhlenkarten zum zweiten Mal ein und dasselbe Gefahrensymbol, stürzen wir stattdessen Hals über Kopf in die Flucht und lassen alle Schätze fahren, womit die Runde abrupt beendet ist. Nur wer vorher den Rückweg angetreten hatte behält, was er gefunden hat für die Schlussabrechnung. Damit kann man sich nun je nach Tagesform mehr oder weniger gut die Zeit vertreiben, aber "brillant" ist das weiß Gott nicht. Selbst zu bluffen gibt es nicht viel: Allein die Frage, wer sich noch ein Stück weiter in die Höhle hineinwagt, stellt sich in jeder Runde neu. Das hat aber auf unsere eigene Entscheidung keinen Einfluß, weil alle insgehe Diamanten, im und gleichzeitig darüber entscheiden. Für ein Kinderspiel ist das vielleicht in Ordnung, aber für ein Familienspiel, dazu noch von zwei Top-Autoren, ziemlich durchschnittlich. Über dem Durchschnitt liegt darum am Ende nur eins: der Preis. © 2005

Für 3 bis 8 ab 8 Jahren. Von Alan R. Moon / Bruno Faidutti und Jörg Asselborrn / Christof Tisch (Grafik) bei Schmidt Spiele.


geht so


Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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