Obwohl es aus der Feder eines Autorenkollektivs stammt und im Titel gewisse klangliche Anleihen nimmt, hat "Comuni" rein gar nichts mit der so ähnlich lautenden Gesellschaftsform zu tun, war doch das Italien des 12. Jahrhundert noch weiter von der klassenlosen Gesellschaft entfernt als heute. Kleinstaaterei herrschte allerorten, und auch uns interessiert hier das Gemeinwohl bestenfalls am Rande: Als Herrscher über Mailand, Bologna, Lucca, Siena oder Florenz haben wir es uns in den Kopf gesetzt, die Potentaten der übrigen Städte in Sachen Wirtschaft, Religion, Kultur und Militär zu übertrumpfen. Das tun wir, indem wir Gebäude errichten, die uns Bonuspunkte einbringen, Ressourcen für weitere Gebäude oder Sonderaktionen,
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die uns besondere Vorteile verschaffen. Nur wenn äußere Feinde wie der Papst das Land bedrohen - was in jeder Partie viermal geschieht - raufen wir uns vorübergehend zusammen und vereinen unsere militärische Macht für den Abwehrkampf gegen den gemeinsamen Gegner. Dieser Kampf aber bringt das ohnehin trockene Spiel mit einem geradezu hörbaren Knirschen zum Stillstand. Minutiös den Anweisungen der Spielanleitung folgend, müssen wir allerlei Marker auf dem Spielplan platzieren, dann verschieben, Spielsteine zunächst in beide Hände nehmen, danach wieder fallen lassen, nochmals Marker verschieben, Spielsteine zählen und einige wichtige Besonderheiten beachten, die den Ausgang des Kampfes maßgeblich beeinflussen. Das ist dann doch zuviel des Guten und eher Arbeit als ein Spiel. Darum ein Tipp an alle Autorenkollektive da draußen: Viele Köche verderben manchmal wirklich den Brei. © 2009
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