Sie heißen Vulca oder Hoax, Mimix oder Flit und sie bevölkern eine Welt namens "Blue Moon", wo nur herrschen kann, wer über die mächtigen Drachen gebietet. So unterschiedlich wie der Klang ihrer Namen sind auch die individuellen Eigenschaften der Völker in diesem Fantasy-Kartenduell. Zwei Völker bekommen wir mit dem Grundspiel, die übrigen als separate Sets zu jeweils 31 phantastisch illustrierten Karten, mit denen wir darum kämpfen, drei Drachen vom zentralen Ablageplan auf unsere Seite zu ziehen. Jeder Kampf besteht dabei aus einer Folge von Zügen, deren jeder sich in festgelegte Phasen unterteilt: Der Startspieler wählt entsprechend seiner Handkartenwerte eines von zwei "Elementen", mit denen hier die Kämpfe ausgefochten werden. Gelingt es dem Gegner mitzuhalten, ist wieder der |
Startspieler am Zug und das Spiel wogt hin und her, bis einer nicht mehr überbieten kann. Dann wechselt ein Drache die Seite und der nächste Kampf beginnt. Doch trotz offensichtlicher Anleihen bei den erfolgreichen Collectable Card Games, trotz grafischer Grandeur bleibt "Blue Moon" ein merkwürdig unharmonisches Spiel; eines, dem gleichsam die Mitte fehlt. Das Basisspiel mit Vorratsstapeln aus einem einzigen Völkerset ist so simpel, dass sein mechanischer Ablauf schon nach wenigen Kämpfen zu langweilen beginnt. Das "Profi-Spiel" dagegen verlangt durch die Kombination von Völkern eine so umfassende Kartenkenntnis, dass der Lernaufwand jeden Rahmen sprengt. Wer das leisten will, wird mit einer echten strategischen Herausforderung belohnt. Wer nicht, dem bleibt ein Basisspiel, das zu anspruchslos ist, als dass man es öfter hervorholen könnte als alle Jubeljahre mal. Oder wie die Engländer sagen: "Once in a blue moon"...
© 2004
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