Beim Teutates - die Römer! In Schildkrötenformation aus viermal vier verdeckten Karten scheinen sie auf eine tüchtige Tracht Prügel nur zu warten. Es gibt sie in fünf Farben, und passend dazu zwei Sätze Prügelkarten, mit denen wir sie als "Asterix & Obelix" vermöbeln. Aber nur ein paar davon stehen uns pro Runde zur Verfügung. Decken wir Römer einer Farbe auf, zu der wir keine passende Prügelkarte auf der Hand haben, ist der Spielzug vorüber und alle scheinbar geschlagenen Legionäre entwischen auf Nimmerwiedersehen. Drum heißt es: Aufhören, wenn's am schönsten ist. Am Ende gibt es für jede Römerfarbe, deren Kartenmehrheit wir besitzen, einen Punkt, und für den fiesen Verräter Moralelastix, der sich zwischen den Römern versteckt, einen extra. Allerdings ist unsere Taktik so subtil, wie man es von Galliern unter Zaubertrankeinfluß erwartet: Karten zur Hand, Reihe aussuchen |
und - Paf! Tchok! Crak! - weghauen, was im Weg steht. Dazu gehören sogar Piraten, wobei die Frage offen bleibt, wie ihr Schiff in die Schildkrötenformation geraten ist. Aber das ist symptomatisch. Es fehlt - keine Seltenheit bei deutschen Autoren - die letzte Konsequenz, das Thema im Spielmechanismus umzusetzen. Warum zum Beispiel ist das eigentlich ungleiche Gallier-Duo spieltechnisch so austauschbar? Warum spiegelt nichts die Unterschiede zwischen dem großen Dicken und dem kleinen Schlauen wider? Dafür hätte man gerne auf die sinnlose Aktionsmöglichkeit "Ausschau halten" verzichtet, mit der man um den Preis einer kostbaren Handkarte einen wenig hilfreichen Blick unter die letzte Römerkarte einer Reihe riskieren darf. Aber reden wir das Spiel nicht schlechter als es ist: "Asterix & Obelix" liefert uns immerhin eine einfache "Keilerei für Zwei", liebevolle illustriert mit Original-Comicmotiven. Mit einer zusätzlichen Prise Inspiration hätte es den berühmtesten aller Gallier leicht ein spielerisches Denkmal setzen können.
© 2006
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