Anno 1503: Aristokraten und Piraten

Treue ist eine wundervolle Sache, doch ohne weiteres Beiwerk war "Anno 1503" dem PC-Klassiker, auf dem es basiert, fast schon zu treu geblieben. Bei allen spieltechnischen Finessen strahlte es zu viel von der Distanz aus, die der digitalen Vorlage nun einmal zu eigen ist. Hier wie dort gründeten wir Dörfer, entwickelten sie zu Städten und entsandten Schiffe zu unentdeckten Inseln, um neue Handelswege zu erschließen. Nur taten wir das nicht miteinander, sondern ohne die Möglichkeit zum gegenseitigen Warentausch ganz für uns allein - beinahe so, als säßen wir nicht an demselben Tisch, sondern weit voneinander entfernt, verbunden nur durch ein Netzwerk aus Regeln, das uns den Ausbau unserer Kolonien manchmal lang werden ließ. Auch "Anno 1503: Aristokraten und Piraten"
bringt uns nicht wesentlich näher zusammen, hält aber so viel Neues bereit, daß wir gar nicht mehr den Wunsch danach verspüren. Beim Jonglieren mit den vielfältigen Spielelementen können wir auch gar keine Ablenkung gebrauchen, denn in ihrem komplexen Zusammenwirken erfordern sie unsere volle Aufmerksamkeit: Auf einem separaten Zusatzplan läßt nun jeder seine Adligen ein Schloß errichten, dessen Baumaterial in einem neuen Inselarchipel zu finden ist. Solche Zurschaustellung aristokratischer Macht kann aber nur gelingen, wo militärische Stärke vorhanden ist, deshalb fließt ein stattliches Sümmchen in den Kauf von Kanonen, die uns erst die sichere Seefahrt zwischen gefährlichen Piratennestern erlauben. Wo es zum Konflikt kommt, übernimmt dabei ein Mitspieler die Rolle der Piraten, deren Kanonen er seine Stärke verleiht. So kommt zu guter letzt auch noch Interaktion ins Spiel und "Anno 1503" wird endlich komplett. © 2004

Für 2 bis 4 ab 10 Jahren. Von Klaus Teuber und Max Design (Grafik) bei Kosmos.


schön


Wertung:
Die Skala reicht von super (6 Raketen) über schön (5 Raketen), nett (4 Raketen), geht so (3 Raketen), bescheiden (2 Raketen) bis daneben (1 Rakete).

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