"Amun-Re" ist ein echter Knizia, womit Erfahrene schon wissen, was sie erwartet. Den Unerfahrenen sei gesagt: Abstraktes, der Stimmung halber gehüllt in das ewig jugendliche Gewand der uralten ägyptischen Hochkultur am Nil. Hier durchlaufen wir in zweimal drei Runden das junge und das alte Königreich, um am Ende über die meisten Pyramiden zu gebieten. Anfangs errichten wir sie aus Steinen, später erwerben wir sie zusammen mit dem Land, auf dem sie stehen. Fruchtbare Felder entlang des Nils verschaffen uns das nötige Gold, doch die Höhe des Ertrags liegt in den Händen von Amun-Re. Zwar können wir ihn mit Goldkarten milde stimmen, doch fehlen sie uns dann beim Pyramidenbau, weshalb wir zur Sicherung unseres Goldnachschubs weitere der streng rechteckigen Provinzen |
unserem Herrschaftsbereich einverleiben. Jede wirkt sich anders auf das Spielgeschehen aus und bringt neue Ernte, Gold, Gratisbausteine oder Machtkarten, die uns wichtige Sonderrechte gewähren. Das alles zu durchschauen erfordert selbst nach gewissenhaftem Studium der zwölfseitigen Regeln und mehreren Proberunden einigen Überblick, denn wer weiß schon auf Anhieb zu sagen, wie sich all die kleinen Details auf die Endabrechnung auswirken können? Das ist nichts mehr für eine flotte Partie zwischendurch. "Amun-Re" will wie die Hieroglyphen der alten Ägypter entschlüsselt und gelesen werden, um seinen Unterhaltungswert zu entfalten; jedes Spielelement will genau verstanden sein, damit es uns von Nutzen ist. Das erfordert viel Sitzfleisch und eine Menge Experimentiererei mit verschiedenen Strategien, denn alles ist fein ausgeklügelt, aufeinander abgestimmt und durchdacht - so durchdacht, dass es für den Normalspieler fast schon zu trocken ist. © 2003
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