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Um 1880 begann der Endspurt um die Aufteilung der Welt. Mit allen Mitteln gingen die europäischen Nationen ans Werk, um auch den unerforschten schwarzen Kontinent zu unterwerfen. Mit "Africa 1880" liefert der Truant-Verlag nun ein Spiel um Diplomatie und Intrigen in der Zeit des Kolonialismus.
Nicht Krieg, sonder Erforschung und Erschließung stehen im Mittelpunkt des im Original französischen "Africa 1880", mit dem der wenig bekannte Mainzer Verlag seinen Einstand auf dem heimischen Brettspielmarkt gibt. Drei bis sechs Spieler ab zwölf Jahren wettstreiten um die Kultivierung Afrikas, bei dem nur geschicktes Verhandeln den Weg zum Erfolg zu ebnen vermag. Jeder Spieler schickt seine Nation an einem festgelegten Punkt der afrikanischen Küste ins Rennen um die koloniale Vorherrschaft. Von dort aus gilt es, Expeditionen ins Landesinnere zu senden, um territoriale Ansprüche gelten zu machen und den Grundstein für eine florierende Infrastruktur zu legen.
Beginnend mit 1880, repräsentiert jede Runde den Zeitraum eines Jahres. In dieser Spanne dürfen die Spieler von jedem ihrer Territorien einen Vorstoß in ein Nachbargebiet unternehmen oder die Region statt dessen durch Auslegen eines Spielmarkers entwickeln. Dabei ist es wichtig, einen vernünftigen Mittelweg zwischen Expansion und Konsolidierung
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seines Einflußbereiches zu finden. Nur vollständig entwickelte Kolonien bringen am Ende Siegpunkte - riesige Flächen eroberten Urwaldes bleiben dagegen völlig nutzlos. Ganz ohne Konflikte geht es natürlich selten zu, wenn sich konkurrierende Kolonialmächte um dieselbe Beute streiten. Ist ein Landstrich - was erlaubt ist - von zwei oder mehr Kontrahenten okkupiert, müssen sich all diejenigen zurückziehen, gegen die mehr Kriege erklärt als Friedensangebote ausgesprochen werden. So ist man ständig gezwungen, sich zumindest in Zweckbündnissen das Wohlwollen anderer Staaten zu erhalten. Eine Partie endet erst, wenn alle Spielsteine für fertig entwickelte Kolonien aufgebraucht sind oder das Jahr 1914 hereinbricht, in dem der 1. Weltkrieg dem Kampf um Afrika ein vorläufiges Ende bereitet. Mit "Africa 1880" hat Truant gleich zu Beginn einen ganz großen Wurf gelandet. Nicht zuletzt auch durch die wunderbare, im Stile des 19. Jahrhunderts gehaltene Ausstattung bietet jede Partie ein neues Abenteuer mit völlig ungewissem Ausgang. Zwar entsprechen die Regeln dem bekannten "Diplomacy", doch ist die Spielzeit mit 90 Minuten bis höchstens drei Stunden erfreulicherweise deutlich kürzer. Durch einige interessante neue Regeln verlagert sich das Schwergewicht zudem hin zu konstruktiver Zusammenarbeit. Rundum empfehlenswert! © 1998 |