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Zuerst die gute Nachricht: Während andere Preisträger von einst längst in der Versenkung verschwunden sind, ist das "Spiel des Jahres 1990" bis heute fast unverändert geblieben. Die schlechte: Man merkt es ihm inzwischen an. Als englische Lords lassen wir unserer Sammelleidenschaft freien Lauf, und weil "Adel verpflichtet", wetten wir, wer aus den Objekten seiner Begierde die größten und wertvollsten Ausstellungen auf die Beine stellt. Über Ort und Art unserer Aktionen entscheiden wir gleichzeitig und geheim; zunächst über das Wo, dann über das Wie: Im "Auktionshaus" raffen wir alles zusammen, dessen wir habhaft werden können. Vom Nachttopf anno 1660 bis zu Andy Warhols letzter Brille kostet das natürlich mehr Geld als wir haben, |
deshalb schicken wir ab und zu einen Dieb, um eingelöste Schecks aus der Kasse zu stehlen. Scheint die Sammlung groß genug, veranstalten wir eine Ausstellung im "Schloss". Dadurch kommen wir auf der Punkteleiste voran, laufen aber Gefahr, selbst bestohlen zu werden, denn im Auftrag unserer feinen Mitspieler treibt sich auch hier oft Diebsgesindel herum, dem nur der Detektiv eines aufrechten Aristokraten das Handwerk legen kann. Bluffen und Zocken; mehr ist nicht drin: Kartenglück und Spielerwillkür bestimmen, wer die begehrtesten Sammlerstücke bekommt, und gegen geübte Täuscher und Blender ist kein taktisches Kraut gewachsen. Sehr mittelmäßig ist das nach heutigem Maßstab; wie doch die Zeit vergeht. © 2003 |