Spellen Spektakel 2003
04.11.2003


Kleine Messe ganz groß
Das "Spellen Spektakel" zeigt, was in den Niederlanden gespielt wird

Wer die Essener "Spiel" gewohnt ist, mag das "Spellen Spektakel" eine Nummer zu klein finden, aber schließlich sind die Niederlande ja auch kein allzu großes Land. Und trotz Umzugsgerüchten im Nachhall der letzten Auflage hat sich das "Spellen Spektakel" an seinem angestammten Platz in Eindhoven zu einem festen Termin für die lebhafte niederländischen Spieleszene gemausert.

Obwohl das Beursgebouw als Veranstaltungsort sehr enge räumliche Grenzen setzt, drängten sich an den drei Messetagen von Freitag bis Sonntag geschätzte 12.000 Besucher zwischen großzügig angelegten Spielflächen und beengten Verkaufsständen hindurch. Selbst eine neue Leichtbauhalle konnte die Platznot nicht spürbar lindern, und einigen Ausstellern musste deshalb schon im Vorfeld abgesagt werden.

Nicht unproblematisch ist nach wie vor auch die zeitliche Nähe zu den Internationalen Essener Spieletagen, da eine Reihe von Händlern - und nicht zuletzt die Hobbykasse vieler Spieler - der Doppelbelastung zweier Großveranstaltungen an aufeinanderfolgenden Wochenenden nicht gewachsen sind. Dennoch wird im Hinblick auf das beginnende Weihnachtsgeschäft wohl auch künftig am Termin Anfang November festgehalten werden.

Zu den Rennern an den Spieltischen inmitten prachtvoller Theaterkulissen gehörten naturgemäß die Titel von der Nominierungsliste zum "Nederlandse Spellenprijs", der alljährlich auf dem Spellen Spektakel verliehen wird - allen voran Puerto Rico, das in der niederländischen Spieleszene genauso eingeschlagen hat wie ein Jahr zuvor in der deutschen, und Der Palast von Alhambra, dessen Auszeichnung mit dem Kritikerpreis "Spiel des Jahres" auch in den Niederlanden nicht unbemerkt geblieben ist.
Was noch nicht in einer Übersetzung vorliegt, das spielen die pragmatischen Niederländer dabei ganz einfach im Original, wobei durch die Umtriebigkeit von 999 Games, dem Veranstalter des Spellen Spektakel, die Zeitspanne von der deutschen Erstausgabe bis zur niederländischen Version immer kürzer wird.

Überhaupt gehen vom großen östlichen Nachbarn nach wie vor die bestimmenden Impulse für die niederländische Spieleszene aus, und Lizenzausgaben deutscher Spiele wie Abenteuer Menschheit (ndl. De Kolonisten van de Prehistorie) dominieren den Markt. Das allerdings muss langfristig nicht so bleiben, denn schon jetzt beweisen Verlage wie Cwali, Splotter Spellen und vor allem Phalanx Games [links oben im Bild der Messestand], das die Niederlande inzwischen eine eigene Spielkultur entwickelt haben.

Im Abenteuerspielebereich jedoch erlebt zur Zeit selbst in den Niederlanden ein Klassiker aus den USA seine Renaissance: Magic: The Gathering ließ dieses Mal weniger Raum für Rollen- und Tabletopspiele als sonst.

Auch einige hochkarätige Prominenz hatte den Weg nach Eindhoven gefunden: So etwa Leo Colovini [links im Bild], der nach einem dritten Platz beim "Deutschen Spiele Preis" mit Clans noch einmal zweiter beim "Nederlandse Spellenprijs" wurde und an seinem eigenen Messestand jederzeit für ein paar Worte mit neugierigen Fans oder ein Spielchen zu haben war.

Aus Deutschland waren der Spiele-Erfinder Michael Schacht und Star-Grafiker Franz Vohwinkel gekommen [rechts im Bild], dessen Drucke, Zeichnungen und Autogramme vor allem bei Sammlern von Magic: The Gathering oder Warhammer 40K Collectable Card Game das ganze Wochende über hoch im Kurs standen.

Durch Anklicken der Bilder gelangen Sie zur Großansicht. Fotos: © Heiko Frings 2003


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