Die "Action 2008" in Rheindahlen
24.03.2008
For an English version please click here:
Überraschungserfolg an der Osterfront
Der prall gefüllte Convention-Kalender und die dienstlichen Verpflichtungen vieler Clubmitglieder ließen keinen anderen Termin zu, aber die Sorgen über das ungewöhnliche Veranstaltungsdatum waren zum Glück unbegründet: Mehr Besucher als im Vorjahr fanden am Osterwochenende den Weg zur „Action 2008“ des Rheindahlen Wargames Club (RWC) in den NATO Joint Headquarters (JHQ) nahe Mönchengladbach.
In den „Rheihdahlen Rooms“ auf dem weitläufigen Militärgelände kamen von Freitag bis Sonntag bei nasskaltem Wetter Besucher aus Großbritannien, Belgien und den Niederlanden zusammen, dazu Deutsche aus vielen Teilen der Bundesrepublik. Sogar einige US-Amerikaner aus dem süddeutschen Raum und Mitglieder eines Wargame-Clubs aus Dänemark waren zu dem jährlichen Wargame-Spektakel angereist, das als eines der besten in Kontinentaleuropa gilt.
Geboten wurde die gewohnte Mischung aus historischen Wargames aller Epochen sowie Fantasy- und Science-Fiction-Wargames, wobei Dinosaurier das Trendthema Nummer eins der diesjährigen „Action“ waren: Immer wieder stieß man auf den verschiedenen Spieltischen auf Miniatur-Riesenechsen, und der Kleinverlag Magister Militum aus Salisbury lieferte mit „Dinomight“ das passende Tabletopspiel dazu.
Durch Anklicken der Bilder gelangen Sie zu unserer Diaschau (22 Fotos).
Erstmals waren auf der „Action 2008“ auch computerbasierte Wargames vertreten. An vier Monitoren schlug „The 1809 Society“ aus Cambridge eine Brücke zwischen dem klassischen Wargame mit Miniaturen und der digitalen Variante am PC. „Traditionelle Wargames sind ein bißchen auf dem absteigenden Ast“, sagt Adie Russell, „Chief Stewart“ im Organisationsteam der „Action“. „Umgekehrt gibt es aber viele, oft junge Spieler, die sich für Computer-Wargames begeistern, ohne sich überhaupt bewusst zu sein, dass sie Wargames spielen. Wir möchten beide Seiten zusammenbringen, damit sie sich besser kennenlernen.“
Auch im nächsten Jahr wird es wieder eine „Action“ geben, doch die fernere Zukunft ist noch ungewiss. Das britische Verteidigungsministerium wird in diesem Jahr über einen Plan entscheiden, einen Teil der im JHQ konzentrierten Hauptquartiere nach Großbritannien zurückzuverlegen. Träfe dies ein, wäre das JHQ akut von der Schließung bedroht. Die verbleibenden Einheiten würden dann voraussichtlich über andere britische Stützpunkte in der Bundesrepublik verteilt.
Noch ist es aber nicht so weit, beruhigt Adie Russell: „2009 wird es definitiv wieder eine ‚Action’ geben, und für 2010 ist es im Moment sehr wahrscheinlich“.