Die "Action 2007" in Rheindahlen
19.03.2007 For an English version please click here:
"Improvisieren, Anpassen, Überwinden"
Trotz des um eine Stunde nach hinten verschobenen Beginns herrschte vor dem Start der "Action 2007" bis zum letzten Moment emsige Betriebsamkeit in den Rheindahlen Rooms des NATO Joint Headquarter (JHQ) nahe Mönchengladbach. Noch auf den letzten Drücker wurden Tische herbei getragen, Stühle gerückt und letzte Vorbereitungen getroffen für einen Spielereignis, das seinen Veranstaltern noch über das gewohnte Maß hinaus organisatorische Höchstleistungen abverlangte.
Als Angehörige des Allied Command Europe Rapid Reaction Corps (ARRC) waren viele Mitglieder des Rheindahlen Wargames Club (RWC) erst unmittelbar vor dem Club-Ereignis des Jahres von einem Einsatz aus Afghanistan zurückgekehrt. Entsprechend knapp war die Vorbereitungszeit am Convention-Wochenende, nachdem schon im Vorfeld die ungewohnt kurzfristige Planung dazu geführt hatte, dass weniger Clubs und Händler teilnehmen konnten, als ursprünglich geplant.
Warrant Officer Adie Russell, "Chief Stewart" im Organisationsteam der "Action", sah das gelassen: "Nichts, womit wir nicht umgehen könnten", befand Russell, der daran erinnerte, dass ja eigentlich in jedem Jahr irgendetwas dazwischenkommt. Abgesehen davon seien die Clubmitglieder als Militärangehörige das Organisieren gewohnt, frei nach dem Leitspruch "Improvise, Adapt, Overcome" - Improvisieren, Anpassen, Überwinden.
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Aber nicht nur das militärische Drumherum macht die "Action" zu einer ganz besonderen Wargame-Convention. Für viele Besucher ist sie zugleich ein "sozialer Event", so Russell, bei dem auch schon mal bis drei oder vier Uhr morgens durchgemacht wird. Und obwohl kaum fünfzehn Minuten von den Rheindahlen Rooms zu Hause, wird ihn seine Frau an diesem Wochenende nicht zu Gesicht bekommen: "Wenn sie mich sehen will, muss sie schon nach hier kommen", lässt er mit einem Augenzwinkern keinen Zweifel daran, wo für ihn an diesem Wochenende die Prioritäten liegen.
Auch etliche Besucher von Außerhalb des JHQ verbringen das ganze Wochenende auf dem Gelände, wo sie - je nach Geldbeutel oder persönlicher Vorliebe - in der Halle oder in Gästeunterkünften übernachten. Doch auch, wenn vereinzelte Bierkästen unter den Spieltischen schon frühzeitig auf die Ereignisse des bevorstehenden Abends hindeuten, folgt die "Action" strengeren Regeln als irgendeine andere Convention.
Dazu gehört, dass für die Veranstaltungsräume kein Eintrittsgeld erhoben werden darf, darum weiß niemand genau zu sagen, wie viele Besucher jedes Jahr den Weg nach Rheindahlen finden. Aber auch das sieht Adie Russell gelassen: "Solange genug Leute kommen, ist die genaue Zahl egal". Und "genug" bedeutet für ihn und seinen Club, dass neben den Spielern auch die teils aus dem Ausland angereisten Händler auf ihre Kosten kommen. Wenn das gelingt, ist jede "Action" ein voller Erfolg.